Neuweltkameliden

Was sind Neuweltkameliden?


Alpakas und Lamas sind höckerlose Kleinkamele der neuen Welt Südamerikas. Zu dieser Gattung gehören auch die heute noch wild lebenden Arten Vikunja und Guanako.
Die Neuweltkameliden haben zusammen mit den Altweltkameliden, zu denen Trampeltier und Dromedar gehören, gemeinsame Vorfahren. Diese lebten vor etwa 40 Millionen Jahren in Nordamerika. Ein Teil von ihnen wanderte von dort nach Südamerika aus und entwickelten sich zu den Neuweltkameliden.

Das Alpaka stammt hauptsächlich vom Vikunja ab.
Das Lama stammt überwiegend vom Guanako ab.

Alpakas und Lamas, wie ihre wild lebenden Artverwandten sind Paarhufer und zählen innerhalb dieser Ordnung zu den Schwielensohlern und Passgängern. Hier sind die Sohlenflächen der beiden Zehen mit dicken, federnden Schwielen gepolstert. Das ist auch der Grund dafür, dass sie als bodenschonende Landschaftspfleger gelten. Sie sind angepasst an eine spärlich wachsende Vegetation.


Die Domestikation der Tiere begann etwa vor 7000 Jahren, womit sie zu den ältesten Nutztieren der Menschheit gehören! Weil Alpakas und Lamas domestizierte Tiere sind, dürfen sie auch von Privatpersonen gehalten werden. Sie sind seit 1996 in Deutschland als landwirtschaftliche Nutztiere im Sinne des §51 BeWG anerkannt.

Die Lebensdauer bei Alpakas und Lamas beträgt ca. 18 bis 25 Jahre. Sie sind sehr sozial lebende Herdentiere und dürfen deshalb nie alleine gehalten werden!

Warum spucken Alpakas und Lamas?


Das berüchtigte Spuckverhalten bei Neuweltkameliden dient den Tieren weitgehend zur Feststellung und Einhaltung der Rangordnung innerhalb der Gruppe. Dies ist eine äußerst effiziente Art und Weise, sich Eindringlinge oder untergeordnete Tiere vom Leib zu halten.
Dabei werden die Ohren angelegt und das sich bedroht fühlende Tier hebt die Nase leicht an, um mit dem Spucken zu beginnen. Zunächst wird nur Speichel versprüht. Nützt das nichts, wird halbverdauter Nahrungsbrei hochgerülpst und zielgenau ausgespuckt.

Was macht man mit Alpakas und Lamas?


Alpakas und Lamas begeistern die meisten Menschen aus sich heraus. Ihre ruhige und stolze Art, sowie ihre ausgeprägte Neugierde lassen diese Tiere auf Anhieb sehr sympathisch erscheinen. Ihre großen, dunklen Augen, die langen Wimpern und die weiche, kuschelige Wolle verstärken noch diesen ansprechenden Eindruck.
Sie sind - bei artgerechtem Aufwuchs und Haltung - sanftmütig und gelehrig, was auch den Umgang mit Kindern erlaubt.

Weiterhin werden Alpakas und Lamas als Landschaftspfleger eingesetzt.

In der tiergestützten Therapie und bei tiergestützten Aktivitäten, macht man sich den ruhigen Charakter zum Nutzen.

Die Feinheit und die vielfältige Farbpalette der Wolle macht sie zu einem Spitzenprodukt.

Plinus

Die Bedeutung der Wolle

Besonders Alpakas wurden ursprünglich wegen ihrer wertvollen Wolle gezüchtet. Im Unterschied z.B. zur Wolle von Schafen hat die Wolle von Alpakas ein geringeres Gewicht und trotzdem ein wesentlich höheres Warmhaltevermögen. Dies liegt daran, dass die einzelne Faser beim Alpaka innen hohl ist, die Faser der Schafe ist kompakt.
Beim Alpaka unterscheiden wir zwei verschiedene Wolltypen, nämlich das seltenere Suri-Alpaka, dessen Haarkleid glänzend in langen Locken dichter am Körper herunter hängt.
Beim Huacaja-Alpaka liegt eine feine Kräuselung vor, was bei den länger bewollten Tieren dieses typische kuschelige Ausehen bewirkt.

Pro Tier fällt bei der Schur eines Alpakas eine Wollmenge von ca. 1,5 bis 4 kg an.

Bei den Lamas unterscheiden wir
Classic - Lamas, leicht bewollte Tiere
Wooly - Lamas, die einen wesentlich höheren Anteil an sehr feiner Unterwolle bei wenigeren Grannenhaaren haben.

Es gibt bei beiden, Alpakas und Lamas ungefähr 30 verschiedene Farbschläge, sodass man von einer Vielzahl von natürlichen Farbvarianten ausgehen kann, was für die naturbelassene Wollverarbeitung von besonders hoher Bedeutung ist!

Die Wolle von Alpakas und Lamas wird oft von Allergikern toleriert.